Am nächsten Tag war Samstag - endlich Wochenende! Keine Rechnungen, keine Arbeit, aber auch kein Geld. Aber das war mir egal und ich beschloss, mir einen ganz schönen Tag zu machen.
Und den fing ich damit an, dass ich noch im Nachthemd die Zeitung rein holte.

Ich las sie ausgiebig, aber viel Interessantes gab es leider nicht.

Beim Zeitung reinholen hatte ich im Park einen gedeckten Picknicktisch entdeckt und ich beschloss, zur Feier des Wochenendes mal wieder im Park zu frühstücken.

Warum ich allerdings auf die unsinnige Idee kam, mit dem Fahrrad loszufahren, obwohl der Park direkt auf der anderen Straßenseite war, weiß ich leider auch nicht.

Ich radelte fast einmal um den Park herum, um dann von der falschen Seite Richtung Picknick zu stürmen.

Mein Irrweg hatte wohl zu viel Zeit gebraucht - als ich endlich angekommen war, war das Picknick weg.

Aber kurz darauf kam ein junger Mann und servierte ein neues.

Ich bediente mich reichlich, aber mit dem jungen Mann an einem Tisch zu sitzen, traute ich mich dann doch nicht.

Schach wurde auch schon fleißig gespielt, aber es waren noch Schachtische frei.

Und so beschloss ich, die Gelegenheit zu nutzen, und der Weisung meines Chefs gemäß an meiner Logik zu arbeiten.

Wobei ich leider nicht die geringste Ahnung hatte, was ich eigentlich mit diesen komischen Figuren auf dem karierten Brett machen sollte.

Auch lauernde Blicke auf die anderen Schachspieler halfen mir leider überhaupt nicht weiter.

Und so brach ich das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder ab, aber ich fand es schon sehr lobenswert von mir, dass ich es wenigstens versucht hatte.

Ich beschloss, nochmal einen Ausflug zu dem schönen Strand zu machen, an dem ich neulich den Tag vebracht hatte. Und so radelte ich los zu der Landspitze, unter der der Strand lag.

Erst jetzt fiel mir die große Villa auf, die auf der Landspitze stand. Sie war wunderschön und gepflegt und sah so einladend aus.

Ob ich sie wohl besichtigen konnte? Ich nahm allen meinen Mut zusammen und klingelte einfach an der Haustüre.

Eine freundlich aussehende Simsine namens Betty öffnete mir und erklärte, dass ich die Villa samt ihren Kunstwerken gerne besichtigen dürfe.

Ich war so nervös und aufgeregt, dass mir nichts zu antworten einfiel, und so griff ich auf ein mir vertrautes Thema zurück.

Zum Glück fand Betty das keineswegs merkwürdig, sondern erzählte mir voller Begeisterung von ihrem Lieblingsessen.

Dann betrat ich neugierig die schöne Villa, voller Freude, dass ich so freundlich begrüßt worden war.

Hier gab es, genau wie in meiner Villa, einen Erker, aber was für ein Unterschied!

Ein bisschen schüchtern ging ich auch nach oben.

Zu meiner Überraschung traf ich in einem der Zimmer oben auf Annuska; ich hatte gar nicht gewusst, dass das ihr Zuhause war.

Ich erzählte Annuska, wie gut mir die Villa gefiel.

Annuska meinte, sie hätten so viele Besucher wie mich, die das Haus besichtigen wollten, dass sie schon überlegten, Eintrittskarten dafür zu verkaufen.

Ich dürfte sogar zum Essen bleiben und traf dabei Katja wieder, mit der ich gestern Tischfussball gespielt hatte. Und auch ein junger Mann namens Felix war da;
er wohnte auch hier. Waren Katja und Felix nicht die beiden, die ich neulich im Hinterhof des Bistros gestört hatte?

Nach dem Essen wurde es dann richtig lustig.

Betty, Katja und ich hatten viel Spaß.

Als Katja aber aus Spaß erzählte, dass sie für den Garten ein Lama anschaffen wollte, versagte Bettys Humor ein bisschen.

Felix hielt sich die ganze Zeit konzentriert an einem Buch fest; er fragte sich bestimmt, wieso er eigentlich in eine Mädchen-WG gezogen war.

Es war schon sehr spät, als ich die nette WG und das schöne, gemütliche und so hell und einladend in die Nacht leuchtende Haus verließ.

Meine Villa war weder einladend noch gemütlich noch leuchtete sie hell und freundlich in die Nacht. Aber es war trotzdem die schönste Villa der Welt!

Die wunderschöne Villa Simposium aus diesem Kapitel samt ihren Bewohnern Annuska,
Betty, Denise, Felix und Katja (Denise ließ sich über die Dauer von
Maries Besuch leider nicht blicken) war ein Abschiedsgeschenk meines
ehemaligen Teams zur Schließung des simposium-Forums an Susanne und mich.
Liebe Betty, Denise, Felix, Goldie und Katja, an dieser Stelle noch mal ein ganz liebes Dankeschön für dieses wundeschöne Geschenk!
Maries Sicht der Dinge - 7. Kapitel