Liebe Anna... 3. Brief


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schon wieder Post von mir - hoffentlich werde ich Dir nicht lästig! Aber es macht so viel Spaß, Dir Briefe zu schreiben; es ist ein bisschen so wie Tagebuch führen, aber viel besser, weil ich weiß, dass ich eine ganz besondere Leserin habe.

Meine Nacht im Freibad war ruhig und friedlich. Am Morgen wachte ich mit Bärenhunger auf; zum Glück hatte ich im Rucksack-Vorrat noch ein Paket Würstchen.


Das war deshalb besonders praktisch, weil es im Freibad einen Grill gab, auf dem ich die Würstchen braten konnte.


Nun ja, Würstchen um halb acht morgens mögen Dir seltsam erscheinen, aber mir haben sie sehr gut geschmeckt.


Eine Runde geschwommen bin ich dann auch noch und ich musste daran denken, wie sehr Du immer über mich lachst, wenn ich mit Brille im Wasser bin. Aber ohne sehe ich einfach nichts und würde wohl auch die Leiter raus nicht wiederfinden.


Dann packte ich meine Sachen zusammen und verließ das Freibad; ich wollte den Vormittag wieder in der Künstler-Werkstatt verbringen.


Mein Bild macht gute Fortschritte, auch wenn ich noch nicht weiß, was es eigentlich werden soll.


Am frühen Nachmittag ging ich in den Park. Hier lernte ich Justus kennen.


Komischerweise erzählte er mir zuerst von seinem Bruder, der Musiker ist.


Erst dann sprach er von sich; er ist beim Militär...


...und träumt davon, eines Tages das Space-Shuttle zu fliegen.


Ich erzählte ihm von meiner Malerei...


...und dass ich Hunger hätte; das kam allerdings nicht gut an.


Du weißt, wie hartnäckig ich sein kann, also machte ich ihm nachdrücklich klar, wie groß mein Hunger tatsächlich war. Ich glaube, ich bettelte sogar ein bisschen.


Schließlich gab er nach und lud mich zum Essen ein. Er rannte so schnell los, dass ich kaum hinterher kam.


Eigentlich hatte ich ja gedacht, er würde mich zu sich nach Hause einladen, aber nein - er ging mit mir in ein kleines, französisches Restaurant. Viel Spaß versprach er sich davon allerdings wohl eher nicht.


Die Speisekarte sah einwandfrei lecker aus.


Irgendwie schien ihm die ganze Situation nicht zu gefallen. Auf jeden Fall guckte er sehr nachdenklich.


Er wolle auch nicht mit mir an einem Tisch sitzen und so musste ich meine Versuche, mich mit ihm zu unterhalten, quer über den Platz brüllen.


Nach dem Essen ging er wortlos; ich konnte mich noch nicht einmal bei ihm bedanken. Ich ging zurück in den Park und stellte mein Zelt auf.


Diese Nacht werde ich also im Park verbringen; hier gibt es zwar keine Duschen, aber noch habe ich keinen Hygiene-Notstand.


Mir gefällt es hier in Silbersang immer besser, auch wenn die Simse, die ich bisher getroffen habe, etwas merkwürdig sind. Aber ich kenne ja noch längst nicht alle und ich denke, dass ich auch noch 'normale' Simse treffen werde.

Schlaf gut, Schwesterchen, und pass gut auf Dich auf!


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